Regionale Wirtschaftsgemeinschaften

Ein praktisches Konzept für ein zukunftsfähiges Wirtschaften, das gelebt werden will

Schritte zur Gründung einer regionalen Wirtschaftsgemeinschaft

Die im folgenden beschriebenen Schritte laufen nicht notwendigerweise streng in dieser Reihenfolge ab. Seien Sie offen für kreative Abweichungen, ohne den Gesamtplan aus den Augen zu verlieren.

Gründungsgruppe bilden

Eine Gemeinschaft lässt sich nicht im Alleingang starten. Bilden Sie also mit Gleichgesinnten eine Gruppe, die gewillt ist, die Verantwortung für die Gründung der regionalen Wirtschaftsgemein­schaft zu übernehmen. Für die Gründung einer Genossenschaft sind mindestens drei Mitglieder notwendig.

Nehmen Sie sich Zeit füreinander, lernen Sie sich gegenseitig möglichst gut kennen. Wer kann und will welche Aufgaben übernehmen? Legen Sie fest, wie Sie miteinander umgehen wollen, wenn es zu Konflikten kommt. Üben Sie einen respektvollen und offenen Umgang miteinander ein. Die Energie der Gründungsgruppe wird sich auf das neue Unternehmen übertragen.

Die Gründungsmitglieder sollten das Konzept der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft genau verstanden haben, sowohl was die Teilhabergemeinschaft als auch was die Tauschgemeinschaft angeht.

Wesentlich und für die Gründung dieses Unternehmens unabdingbar ist jedoch, dass die Gründungsmitglieder das neue Unternehmen als ein Gemeinschaftswerk ansehen: Kooperation und Mitverantwortung stehen im Vordergrund, nicht die jeweiligen Einzelinteressen.

Die Gründungsmitglieder sollten bereit und in der Lage sein, die ersten Genossenschaftsanteile durch Einlagen von Geld zu erwerben, um damit die Gründungskosten zu decken.

Notieren Sie sich den Zeitaufwand, den Sie in die Gründung investieren. Vereinbaren Sie innerhalb der Gründungsgruppe, wie dieser Aufwand vergütet werden soll (z.B. durch Anteilsscheine).

Legen Sie fest, wer die offizielle Ansprechpartnerin der Gründungsgruppe ist.

Businessplan der Genossenschaft

Erstellen Sie einen Businessplan für die regionale Wirtschaftsgemeinschaft. Der Businessplan wird auch für die Aufnahme in den Genossenschaftsverband benötigt. Jede Genossenschaft in Deutschland muss Mitglied in einem Genossenschaftsverband sein.

Planen Sie die Infrastruktur der Teilhaber- sowie der Tauschgemeinschaft für den späteren laufenden Betrieb. Werden Sie ein Büro brauchen oder arbeiten Sie dezentral zusammen? Brauchen Sie neue PCs?

Welche Arbeiten im späteren Betrieb können Sie selbst erledigen? Welche wollen Sie an externe Dienstleister vergeben? Welche Ausgaben kommen auf Sie zu und wie werden die gedeckt?

Bekanntmachung

Machen Sie Ihre Pläne bekannt. Laden Sie interessierte Unternehmer, Bürger, Investoren, Repräsentanten der Stadtverwaltung, etc. ein und stellen Sie Ihnen das Konzept vor.

Sammeln und sortieren Sie anschließend die Ideen und Eindrücke, die Ihnen auf diesen Ver­anstaltungen begegnen.

Finden Sie heraus, wer bereit ist, sich finanziell und / oder aktiv einzubringen und in welchen Bereichen. Sammeln Sie die Adressen der Interessenten.

Reden Sie offen mit Ihren Interessenten. Transparenz gilt ab dem ersten Schritt.

Satzung der Genossenschaft und Vertragstexte

Stellen Sie die Satzung für die Genossenschaft sowie die Vorlagen für Vertragstexte zusammen. Finden Sie für die Mitarbeit an diesen Themen möglichst eine qualifizierte Juristin, die der Genossenschaft angehören will.

Wählen Sie den Genossenschaftsverband aus, in dem die neue Genossenschaft Mitglied sein soll. Achten Sie darauf, welche Unterstützung Sie zu welchem Preis beim Verband bekommen.

Informieren Sie sich über die Gründungskosten.

Unternehmen finden

Das erste Unternehmen bzw. das erste Projekt, das durch die Teilhabergemeinschaft betrieben werden soll, muss gefunden werden. Das kann ein bestehendes Unternehmen sein, das zukunfts­fähig(er) werden will oder ein neu zu gründendes Unternehmen oder Projekt.

Handelt es sich um ein bereits bestehendes Unternehmen, machen Sie einen Vorvertrag mit diesem Unternehmen für die Übernahme in genossenschaftliches Eigentum, bevor Sie einen detaillierten Plan für dieses Unternehmen ausarbeiten und mit der Werbung der Investoren beginnen. Eine schriftliche Absichtserklärung von beiden Seiten und die Festlegung der nächsten Schritte hilft beim Finden der Anteilseigner.

Bedarf des Unternehmens ermitteln

Erstellen Sie einen Plan, wie das Unternehmen zukunftsfähig(er) werden kann. Stellen Sie möglichst realistisch den Bedarf an Geld, Fähigkeiten und sonstigen Ressourcen fest. Stellen Sie eine möglichst realistische Zeitplanung auf.

Anteilseigner finden

Finden Sie Anteilseigner, die Geld, benötigte Sachleistungen und / oder die benötigte Arbeits­leistung einbringen wollen und können.

Genossenschaft gründen

Ist das erste Unternehmen sowie potentielle Anteilseigner gefunden und ein zukunftsfähiger Plan erstellt, können Sie die bereits vorbereitete Gründung durchführen.

Die Gründungsversammlung beschließt die Anzahl und den Preis der für den Anfang benötigten Anteilsscheine. Das Unternehmen und die bereits vorhandenen Anteilseigner treten bei der Gründungsversammlung der Genossenschaft bei.

Start

Sobald die Genossenschaft gegründet ist, können Sie weitere Anteile verkaufen, die Infra­struktur der Geschäftsbereiche installieren und mit der eigentlichen Arbeit beginnen ;-)

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