Regionale Wirtschaftsgemeinschaften

Ein praktisches Konzept für ein zukunftsfähiges Wirtschaften, das gelebt werden will

Zukunftsfähigkeit

Eine zukunftsfähige Gesellschaft sorgt dafür, dass ihre Mitglieder auf Dauer ihre Bedürfnisse zuverlässig befriedigen können und sich dabei entwickeln und entfalten können. Ein zukunfts­fähiges Unternehmen sieht sich als Teil einer solchen Gesellschaft und sorgt dafür, dass es dauerhaft einen möglichst gleich bleibenden Ertrag liefern kann.

Zukunftsfähigkeit beinhaltet Nachhaltigkeit, geht aber darüber hinaus. Eine nicht-nachhaltige Wirtschaftsweise verbraucht Ressourcen, ohne sich darum zu kümmern, wie diese entstehen. Ein derartiges Verhalten kann also nicht zukunftsfähig sein.

Neben der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit beinhaltet das Konzept der Zukunftsfähigkeit die Widerstandsfähigkeit in Bezug auf mögliche Krisen. Widerstandsfähig in diesem Sinne ist ein Unternehmen, wenn es Rückschläge in einzelnen Bereichen verkraften kann ohne daran zu Grunde zu gehen.

Ein Beispiel: Ein Lebensmittelgeschäft kann nachhaltig in allen drei Bereichen sein, indem es seine Energie über Sonnenkollektoren oder Windräder selbst erzeugt, nur biologisch erzeugte Produkte anbietet, die Mitarbeiter fair bezahlt, etc. Wenn es jedoch abhängig ist von Waren­lieferungen, die per LKW über lange Strecken transportiert werden, dann ist es nicht zukunfts­fähig. Bleiben die Lieferungen aus welchem Grund auch immer aus, dann ist es innerhalb weniger Tage ausverkauft. Es hat keine Zukunft mehr.

Die Kriterien für Zukunftsfähigkeit verändern sich laufend mit dem fortschreitenden Bewusstsein für diese Thematik. Dieser Lernprozess ist Teil der Zukunftsfähigkeit. Er entwickelt und entfaltet sich im Austausch zwischen Kapitalgebern, Mitarbeiterinnen der Teilhabergemeinschaft und der angeschlossenen Unternehmen, externen Experten und der Öffentlichkeit.

Wichtige Voraussetzungen für diesen Lernprozess sind Transparenz und Einfachheit. Nur wenn Erfolge, Misserfolge, Voraussetzungen, Ziele, Annahmen und Risiken offen und so einfach wie möglich kommuniziert werden, kann der Lernprozess wirkungsvoll sein.

Transparenz schafft auch Vertrauen und fördert die Kooperation. Wenn beispielsweise Gehälter, Stundensätze und Unternehmensgewinne offen gelegt werden, ist eine unfaire Bezahlung nicht möglich. Wenn zum Beispiel über Zielvorstellungen und Bedürfnisse von Unternehmern, Mitarbeiterinnen, Lieferanten und Verbraucherinnen offen gesprochen wird, kann eine echte Kooperation zwischen allen Beteiligten entstehen.

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